Pigmentierung des Filets
Forellenzüchter sind darauf bedacht, für ihre Fische einen guten Preis zu erhalten. Welche Färbungsintensität des Filets angestrebt wird, hängt von der Nachfrage der Verbraucher ab. Um das Pigment im Filet einzulagern, wird dem Futter wird eine spezifische Pigmentdosierung beigegeben. Diese Futtermischung wird den Fischen dann über einen spezifischen Zeitraum hin verabreicht.
Pigmentierungsstrategie
Futter für Lachsfische wird bis zu 100 mg Astaxanthin pro kg beigemischt. Aus verschiedenen Gründen ist es jedoch nicht attraktiv, derart hohe Dosierungen zu verabreichen. Der wesentlichste Grund ist, dass, je höher der Zusatz, je niedriger ist die Verwertung des Pigments.
In einem Forschungsprojekt wurde geprüft, wie viel des verfütterten Astaxanthin im Filet der Forelle wiederzufinden war. Die Ergebnisse zeigen, dass die Verwertung des Pigments bei einer Erhöhung der Astaxanthinbeigabe von 25 auf 100 ppm um mehr als die Hälfte reduziert wird. Bei einer Beigabe von 100 ppm steigt die kumulative Menge Astaxanthin im Filet zwar an, aber nicht so viel, wie man es im Verhältnis zum erhöhten Astaxanthin-Anteil vielleicht erwarten würde.
Im Vergleich zu anderen Futterbestandteilen ist Astaxanthin recht teuer. Darum liegt es auf der Hand, dass ein moderater / gut abgestimmter Pigmentgehalt im Futter wirtschaftlich vorteilhaft ist und eine zufriedenstellende Färbung ergibt, wenn das Pigment über einen längeren Zeitraum verabreicht wird. Ein weiterer Vorteil der defensiven Strategie liegt darin, dass die Fische bedeutend früher ein akzeptables Pigmentierungsniveau erreichen. Dies kann zum Beispiel dazu führen, dass die Fische früher in den Verkauf kommen können.
Eine Faustregel besagt, dass man eine Grundpigmentierung bei Forellen erreicht, wenn sie bei einem Futter mit 50 ppm Astaxanthin (50 mg Astaxanthin pro kg Futter) ihr Gewicht verdoppeln. Inwieweit diese Regel zutrifft, hängt jedoch stark davon ab, welches Ergebnis man anstrebt, welchen Fischstamm man hält und in welchem Zeitraum das Gewicht verdoppelt wird.
Grundsätzlich gilt: Das Ergebnis ist von zwei Parametern abhängig: 1. Pigmentgehalt des Futters und 2. Anteil des Wachstums der Fische, der auf pigmenthaltigem Futter basiert.:
ppm Astaxanthin im Futter X Wachstum = Filetpigmentierung
BioMar empfiehlt eine frühzeitige Pigmentierung und eine mittlere Dosierung. Futter mit 100 ppm Astaxanthin sollte eine Notlösung bleiben. Da Astaxanthin, das im Filet gelagert ist, während der Geschlechtsreife an den Rogen abgegeben wird, sollten 50 ppm für Fische ausreichen, die nicht als Teil des Schlachtprodukts Rogen ansetzen sollen.
Der Fisch kann zwar immer noch ein wenig röter werden, aber man sollte der Versuchung widerstehen, den Fisch bis zur Obergrenze zu pigmentieren. Das erhöht höchstens die Kosten. Wichtig ist hingegen eine einheitliche Pigmentierung, denn hierin liegt die wahre Qualität pigmentierter Fische.